11.09.2019

Zum Thema

Lebensmodelle verändern sich und somit auch das Zusammenleben in Familien. Zunehmend sind beide Elternteile berufstätig. Väter nehmen Erziehungsaufgaben wahr, die noch vor 30 Jahren nicht denkbar waren. Auch neue Formen des Zusammenlebens von Familien, deren Mitglieder z. B. nicht alle in einem Verwandtschaftsverhältnis miteinander stehen, nehmen zu. Ein an dieser empirischen Realität orientiertes Verständnis von Familie hat sich daher die Frage zu stellen, ob mit dem gegenwärtig politisch vorhandenen Familienbegriff alle füreinander langfristig Verantwortung tragenden Gemeinschaften eingeschlossen sind. Dies meint neben klassischen Familienmodellen, Patchwork-Familien und gleichgeschlechtliche Lebenspartner/innen mit Kindern auch Gemeinschaften ohne verwandtschaftliche Beziehungen, die in einem familienähnlichen Verantwortungsverhältnis füreinander Sorge tragen. Die Veränderung der Gesellschaft stellt deshalb auch an die Familienpolitik besondere Anforderungen. Familienpolitik muss neben Kindern, auch die Älteren im Fokus haben. Solidarische Generationsbeziehungen sind dafür entscheidend.