Ein spannender und zugleich herausfordernder Arbeitskreis Sozialplanung fand Ende April 2022 zum Thema „Perspektiven für die neue Förderperiode ESF Plus 2021 bis 2027 in Thüringen: Sozialstrategien entwickeln und umsetzen“ statt. Spannend, da die gemeinsame Veranstaltung von IKPE und Thüringer Sozialministerium mit dem gewählten Titel den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Denn inhaltlich lagen den teilnehmenden Akteuren gerade zu dieser brandaktuellen Problematik jede Menge Fragen auf dem Herzen. Herausfordernd, da für diesen Arbeitskreis ein anderes Format gewählt wurde. Thematische Workshops nämlich, die einen intensiven Austausch der Sozialpaner:innen ermöglichten. Und natürlich war zudem die Freude groß, dass die Veranstaltung in Präsenz (unter den gültigen Hygieneregeln) in der Freien Evangelischen Gemeinde in Erfurt durchgeführt konnte.

Auf dem Programm standen unter anderem der Rückblick und Status Quo der Sozialplanung sowie der Blick nach vorn: Was ermöglicht die Sozialstrategierichtlinie? Nach den Einführungsreferaten diskutierten die Teilnehmenden mit viel Engagement die Schwerpunkte in den moderierten Workshops, von Claudia Michelfeit (TMASGFF) und Dr. Theresa Hilse-Carstensen (IKPE) zu „Integrierte, gendersensibler Sozialplanung in Thüringen – auf dem Weg zur Sozialstrategie; „Beteiligung von Adressat:innen und Akteuren – Perspektiven, Methoden, Formate“ von Dr. Rainer Vock und René Eichelberger (beide IKPE) sowie „Prozessmoderation, Begleitung und Qualifizierung – Welche Unterstützungsangebote werden zukünftig benötigt?“ von Michael Klaus (TMASGFF) und Dr. Stefan Huber (IKPE).

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von dem Format der Veranstaltung begeistert, da sie in den Workshops intensiv über genau die Thematiken wie die Überführung der Erkenntnisse der Evaluationen der Armutspräventionstrategien in die kommende Förderperiode, die Integration des Programms Thüringer Präventionsketten in den neuen Antrag, Zugänge zu den verschiedenen Zielgruppen sowie Unterstützungsangebote für die Planer:innen vor Ort debattieren konnten, die ihnen auf den Nägeln brennen“, so IKPE-Veranstalter Dr. Stefan Huber (Foto). „Besonders gefallen haben ihnen zudem die Input-Referate, die genau die richtigen Grundlagen für die Diskussionen vermittelten“, resümiert Dr. Huber.
Dem Wunsch der Sozialplaner nach Wiederholung des Arbeitskreises Sozialplanung in diesem Format, kommt das Institut für kommunale Planung und Entwicklung (IKPE) zusammen mit dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) natürlich gerne nach.

Vernetzt denken – strategisch Handeln

Die öffentliche Verwaltung steht seit Jahren unter einem hohen Veränderungsdruck. Sie muss auf die ökonomischen und demografischen Herausforderungen reagieren und wird gleichzeitig selbst durch diese Veränderungen geprägt. Gerade der Widerspruch zwischen sinkenden Ressourcen und wachsenden Aufgaben wird sich nicht dadurch auflösen lassen, weiterhin isoliert und innerhalb weitgehend voneinander unabhängig operierender Verwaltungsstrukturen Probleme monolithisch zu bearbeiten. (mehr …)