15.07.2026

Lean Coffee „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“

Wie können Kommunen Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Quartieren stärken, die erst seit vergleichsweise kurzer Zeit von internationaler Zuwanderung geprägt sind? Mit dieser sehr aktuellen Fragestellung beschäftigte sich unser jüngster Lean Coffee gemeinsam mit zehn Teilnehmenden aus Wissenschaft und kommunaler Praxis.

Im Mittelpunkt stand das Forschungsprojekt „Teilhabe in ‚neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“, das von der Stiftung Mercator GmbH gefördert und gemeinsam von ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, dem Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), der Technische Universität Berlin und STADTRAUMKONZEPT GmbH durchgeführt wurde.

In ihrem Vortrag zeigten Dr. Julia Burgold und Ricarda Pätzold, dass Ankunftsquartiere weit mehr sind als Orte besonderer Herausforderungen. Sie eröffnen Zugänge zu Wohnraum, Bildung, Beratung, sozialen Netzwerken und alltagspraktischem Wissen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe und zum Zusammenhalt in Städten und Gemeinden.

Besonders wertvoll ist der praxisnahe Forschungsansatz des Projekts: Durch bundesweite Kommunalbefragungen, Expert*inneninterviews sowie die mehrjährige Begleitung von elf Kommunen wurden wissenschaftliche Erkenntnisse und kommunale Erfahrungen eng miteinander verknüpft. So konnten konkrete Handlungsempfehlungen für den Aufbau tragfähiger Integrations- und Teilhabestrukturen entwickelt werden.

Deutlich wurde, dass sich Ankommensprozesse zunehmend auf Quartiere und Kommunen verlagern, die bislang nur wenig Erfahrung mit internationaler Migration hatten. Um diesen Entwicklungen nachhaltig zu begegnen, braucht es verlässliche soziale Infrastrukturen, ressortübergreifende Zusammenarbeit, die Einbindung lokaler Akteur*innen sowie eine langfristig angelegte kommunale Integrations-Governance. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Teilhabe nicht an Quartiersgrenzen endet, sondern als gesamtstädtische Aufgabe verstanden werden muss.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Julia Burgold und Ricarda Pätzold für die spannenden Einblicke in das Forschungsprojekt, die Impulse und die offene Diskussion. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für den engagierten fachlichen Austausch und die vielfältigen Perspektiven.

Bildquelle: Dr. Julia Burgold / Deutsches Institut für Urbanistik (Difu)

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Huber, Projektleiter „Prozessbegleitung von Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung lokaler Sozialstrategien“, stefan.huber(at)ikpe-erfurt.de, wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Ronald Gebauer, ronald.gebauer(at)ikpe-erfurt.de