01.06.2026
Interview mit Ulrike Scheit, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wir haben die Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Ulrike Scheit zu einem Kurzinterview gebeten, in dem sie ihre Erfahrungen und Eindrücke aus ihrer Arbeit am Institut mit uns teilt.
Welche Aufgaben und Schwerpunkte liegen momentan in Ihrer Verantwortung als Projektleiterin im Projekt „Servicestelle kommunale Pflegestrukturplanung Thüringen“?
Ulrike Scheit: Seit Februar 2026 bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für kommunale Planung und Entwicklung e.V. (IKPE) tätig und leite das Projekt „Servicestelle kommunale Pflegestrukturplanung Thüringen“. Gemeinsam mit meinem Team verantworte ich den Aufbau und die Weiterentwicklung der „Servicestelle für kommunale Pflegestrukturplanung Thüringen“. Ein zentraler Schwerpunkt meiner Arbeit liegt darin, die teilnehmenden Kommunen bei der Entwicklung ihrer Pflegestrukturplanung zu begleiten und sie bei der Gestaltung bedarfsgerechter und zukunftsfähiger Pflege- und Versorgungsstrukturen zu unterstützen.
Dazu gehören die Aufbereitung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Entwicklung praxisnaher Instrumente für die kommunale Planung sowie die Organisation von Beratungs-, Vernetzungs- und Austauschformaten. Gemeinsam mit den Kommunen analysieren wir bestehende Unterstützungsstrukturen, identifizieren Handlungsbedarfe und entwickeln strategische Ansätze für die zukünftige Ausgestaltung der Pflege vor Ort. Besonders wichtig ist mir dabei, die Herausforderungen und Potenziale der jeweiligen Kommune sichtbar zu machen und Planungsprozesse auf eine fundierte Datenbasis zu stellen.
Was motiviert Sie in Ihrer täglichen Arbeit am IKPE? Was hat Sie besonders am IKPE gereizt, als Sie sich beworben haben?
Ulrike Scheit: Mich motiviert besonders die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Fragestellungen zu verbinden und dadurch konkrete Entwicklungen vor Ort anzustoßen. Pflege und Sorgearbeit sind zentrale Zukunftsthemen, die nicht isoliert betrachtet werden können, sondern eng mit kommunaler Entwicklung, Teilhabe und Lebensqualität zusammenhängen. Die Begleitung von Kommunen bei der Entwicklung ihrer Pflegestrukturplanung ermöglicht es, diese Themen aktiv mitzugestalten und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels zu finden.
Am IKPE hat mich vor allem der starke Praxisbezug gereizt. Das Institut verbindet wissenschaftliches Arbeiten mit einer unmittelbaren Unterstützung von Kommunen und Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, Kommunen über einen längeren Zeitraum in ihren Planungsprozessen zu begleiten und zu erleben, wie aus Analysen, Beteiligungsprozessen und strategischen Überlegungen konkrete Maßnahmen und Strukturen entstehen. Diese Verbindung aus Forschung, Beratung und kommunaler Gestaltungsmöglichkeit hat mich sehr angesprochen. Zudem schätze ich den interdisziplinären Austausch am IKPE und die Möglichkeit, innovative Ansätze gemeinsam zu entwickeln und in die Praxis zu überführen.
Welche fachlichen Impulse und beruflichen Erfahrungen bringen Sie in die Arbeit am Institut ein?
Ulrike Scheit: Ich bringe sowohl langjährige praktische Erfahrungen aus der Pflege als auch wissenschaftliche Perspektiven aus der Gerontologie und Pflegeforschung in meine Arbeit ein. Über viele Jahre war ich als Pflegefachkraft in unterschiedlichen Versorgungssettings tätig und habe die Herausforderungen des Pflegealltags aus nächster Nähe kennengelernt. Diese Erfahrungen helfen mir heute dabei, Bedarfe realistisch einzuschätzen und die Perspektiven von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften in Planungsprozesse einzubeziehen.
Durch mein Studium der Sozialen Gerontologie und meine Tätigkeit in der Pflegeforschung konnte ich zudem vertiefte Kenntnisse zu den Themen demografischer Wandel, Versorgungsgestaltung und Pflegepolitik erwerben. Besonders wichtig ist mir die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und praktischer Umsetzbarkeit. Ich möchte dazu beitragen, dass Forschungsergebnisse nicht nur diskutiert, sondern für kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse nutzbar gemacht werden und so einen konkreten Mehrwert für die Menschen vor Ort schaffen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Bildquelle: IKPE e.V. / Andreas Bauer







