01.09.2026
Gemeinsam auf dem Weg zur kommunale Pflegestrukturplanung – Erste Einblicke in die Arbeit mit den Modell- und Netzwerkkommunen
Im Mai fand die Startveranstaltung im Projekt Servicestelle kommunale Pflegestrukturplanung Thüringen im Haus Dacheröden statt. Die Servicestelle unterstützt Thüringer Kommunen dabei, eine systematische und datenbasierte Pflegestrukturplanung aufzubauen, um Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und bedarfsgerechte Angebote zu sichern. In den vergangenen Monaten folgten die ersten Arbeitstreffen mit den Modell- und Netzwerkkommunen. Ziel der Treffen war es, ein gemeinsames Verständnis der Pflegestrukturplanung zu entwickeln, die jeweiligen Ausgangslagen in den Kommunen abzubilden und die Zielsetzungen der Kommunen zu klären. Darüber hinaus wurde die Akteurs- und Zuständigkeitsstruktur analysiert, um einen ersten arbeitsfähigen Überblick über relevante Netzwerke zu erhalten. Die Beratungen dienten der Herstellung kommunaler Planungsfähigkeit und dem Sichtbarmachen von Erwartungen, Herausforderungen und Fragestellungen der teilnehmenden Kommunen, die im weiteren Projektverlauf beantwortet werden sollen.
Im Rahmen der zweiten Arbeitstreffen erfolgte die Bestandserhebung, um vorhandene Datenquellen zu identifizieren, Zuständigkeiten für die Datenerhebung zu klären und Erkenntnisse über Stärken und Herausforderungen der Pflegeinfrastruktur zu gewinnen. Die Bestandserhebung umfasste unter anderem demografische Entwicklungen, Pflegebedarfe, Pflegeangebote, Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, Wohnformen, Mobilität sowie weitere infrastrukturelle Rahmenbedingungen. Die Daten werden unmittelbar in eine strategische Analyse der kommunalen Pflegesituation überführt, die die fachliche Grundlage für die Planungsschritte der kommunalen Pflegestrukturplanung bildet.
In den bisherigen Arbeitstreffen zeigte sich, dass die Kommunen trotz unterschiedlicher Ausgangslagen viele gemeinsame Herausforderungen und Entwicklungsziele verbinden. Im Mittelpunkt stehen der demografische Wandel, steigende Pflegebedarfe sowie wachsende finanzielle und personelle Belastungen. Gleichzeitig besteht ein gemeinsames Interesse daran, kommunale Entscheidungen stärker datenbasiert zu treffen, regionale Versorgungsbedarfe gezielt zu analysieren und die häusliche sowie ambulante Versorgung zu stärken. Auch die Vernetzung relevanter Akteure und eine sozialraumorientierte Planung – unter Berücksichtigung von Themen wie Mobilität, Wohnen und Teilhabe – wurden von vielen Kommunen als zentrale Bausteine für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur benannt.
Ansprechpartnerinnen:
Projektleiterin „Servicestelle kommunale Pflegestrukturplanung Thüringen“ Ulrike Scheit, ulrike.scheit(at)ikpe-erfurt.de, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen Josefine Strüning, josefine.struening(at)ikpe-erfurt.de und Christin Kley, christin.kley(at)ikpe-erfurt.de






