Mit einem räumlichen Blick auf Bedarfe und Angebote können Lebenslagen der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert werden, um Hilfebedarfe frühzeitiger erkennen, effektiver bearbeiten und langfristig vermeiden zu können. Der Blick auf den Raum verschafft dabei nicht nur die Möglichkeit einer besseren Problembearbeitung, sondern kann auch den Ansatz für eine partizipative Einbindung von vorhandenen Ressourcen auf lokaler, kommunaler und regionaler Ebene bilden. Insoweit bietet die Sozialraumorientierung eine Vielzahl von Optionen für eine höhere fachliche und politische Gestaltungsfähigkeit gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

Im Rahmen der Sozialraumorientierung unterstützen wir Akteure in Kommune, Land und Zivilgesellschaft

  • bei der Entwicklung eines den Bedingungen vor Ort angepassten Sozialraumverständnisses und der Überführung in die Praxis,
  • der Identifizierung von Bedarfen mittels der Auswertung vorhandener Daten oder der Erhebung weiterer Daten,
  • der Analyse dieser Befunde und Überführung in ein Gesamtkonzept,
  • der Hinterfragung und ggf. Fortentwicklung von bestehenden Angeboten,
  • des Aufbaus neuer Angebote auf sich verändernde Bedarfe,
  • der Entwicklung und Umsetzung partizipativer Ansätze sowie
  • der Entwicklung einer Steuerung und Koordination dieser Wahrnehmungs- und Gestaltungsprozesse.

Gelingensbedingungen der Kooperation von Jugendhilfe und Gesundheitswesen im Kontext kommunaler Präventionsketten
Laufzeit: Dezember 2017 – März 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
Gemeinsam mit Prof. Dr. Raimund Geene von der Berlin School of Public Health wurde eine Kurzexpertise erstellt, die den Wissensstand und die praktischen Gelingensbedingungen anhand exemplarischer Zugänge in der Kooperation von kommunalen Präventionsketten im Handlungsfeld der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen wiedergibt. Die Expertise untergliedert sich in drei Bestandteile. Der erste Teil besteht aus einer Netzwerkstudie, die die Praxis hinsichtlich Gelingensbedingungen und Herausforderungen der Kooperation von Jugendhilfe und Gesundheitswesen analysiert. Der zweite Teil der Expertise beruht auf einer vertieften Darstellung von drei empirischen Ankerbeispielen, die durch Akteure umgesetzt werden, welche an der Erstellung des „Positionspapier Integrierte Gesamtkonzepte kommunaler Prävention“ beteiligt waren. Dazu wurden drei Kommunen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Im dritten Teil der Expertise erfolgt eine Dokumentenanalyse der Arbeit von drei Netzwerken in Nordrhein-Westfalen, die in den Bereichen Gesundheitsförderung und (Primär-)prävention tätig sind, hinsichtlich des Übergangs vom Kommunikations- zum Koproduktionsnetzwerk. Die Ergebnisse des Projekts liegen in Form einer Studie und in der Kurzform eines “FGW Impuls” vor.