Viele fachliche und politische Veränderungsprozesse führen nicht nur zu Veränderungen in der Umsetzung von Aufgaben, sondern auch und gerade zur Notwendigkeit, die Koordination und Steuerung dieser Prozesse an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Häufig wird dabei klar, dass ein bloßes Mehr im Sinne einer schnelleren oder reibungsfreieren Bearbeitung nicht die Lösung darstellt. Vielmehr ist es nötig, ein Anders zu denken und dabei auch die häufig nicht proportional mitwachsenden Ressourcen zu berücksichtigen.
Hinzu kommen Veränderungen etwa in der Zusammenarbeit mit neuen Partnern wie Unternehmen oder Akteuren in der Gesundheitswirtschaft, die nicht der eigenen Verwaltungslogik folgen, sondern ganz anderen Steuerungsformen folgen. Die Herausforderung für die öffentliche Verwaltung und Politik liegt hierbei in der Erweiterung der eigenen Steuerungskompetenz um Formen der marktlichen und Netzwerksteuerung mit den entsprechenden methodischen Ansätzen.

Das IKPE unterstützt sie bei der Analyse der eigenen Position in ihrer Systemumwelt etwa durch SWOT-Analysen und entwickelt mit Ihnen Handlungsszenarien, die durch eine Strategieentwicklung und Kommunikationspläne etwa auf der Basis von Netzwerkanalysen oder Stakeholderanalysen untersetzt werden können. Ziel ist die Sicherung und Erweiterung ihrer Gestaltungsfähigkeit unter optimaler Anpassung an die Sie umgebenden Rahmenbedingungen.

Prozessbegleitung zur Einrichtung und Gestaltung eines Fachdienstes „Prävention“ im Fachbereich Jugend des Landkreises Göttingen
Laufzeit: Januar 2019 – Juni 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
Auf der Basis eines dialogorientierten Ansatzes wurden gemeinsam mit den Beschäftigten die Grundlagen geschaffen, um einen funktionierenden Fachdienst zu etablieren, die Einbettung in die öffentliche Verwaltung zu gewährleisten und die Mitwirkung der Beschäftigten zu sichern. Dazu wurden in einem ersten Schritt ein Prozess zur Initiierung eines präventiven Ansatzes geschaffen. Im Anschluss daran konnten ein regionales Präventionskonzept formuliert und sinnvolle Schnittstellen festgelegt werden. Drittens wurde ein Aufgabengebilde entwickelt, welches den Verantwortungsbereich eines neu zu gründenden Fachdienstes Prävention umschreibt und die vorhandenen Kompetenzen sowie personellen Ressourcen bestmöglich stärkt und zusammenführt.

Kommunale Berichtserstattung in Thüringen. Das Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberichtswesen im landesweiten Vergleich
Laufzeit: Juli 2011 – April 2012
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
Das Projekt wurde vor Gründung des IKPE durchgeführt, dient aber als Basis für die programmatisch-empirische Arbeit des Instituts und bildet somit den Grundstein für eine Stärkung kommunaler Gestaltungsfähigkeit durch das IKPE. Im Rahmen des Projektes wurden alle zugänglichen kommunalen Berichte in der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitspolitik erfasst und hinsichtlich ihrer darin genutzten Indikatoren zur Beschreibung von Lebenslagen analysiert. Als Ergebnis konnte eine unterschiedliche empirische Sättigung in verschiedenen Politikfeldern nachgewiesen und hinterfragt werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wenig abgestimmt das kommunale Berichts- und Planungswesen zwischen den verschiedenen Zuständigkeiten und mit Blick auf die Lebensbereiche war. In einem zweiten Schritt konnten diese Erkenntnisse mittels einer Befragung bei politischen Entscheidungsträgern hinsichtlich deren Erwartungen gegenüber Berichten und Planungsdokumenten herausgearbeitet werden. Deutlich wurde dabei, welche Lücken zwischen Fachwelt und Politik vorhanden waren und wie damit gelingend umgegangen werden kann.