Netzwerke gelten in vielen Kommunen und Unternehmen als ein zentraler Lösungsansatz zur Überwindung von strukturellen, fachlichen und methodischen Begrenzungen. Verschiedene Professionen und Organisationen dauerhaft und erfolgreich zusammenzubringen ist eine Herausforderung, die neben Motivation und Kompetenz auch Rückendeckung erfordert.
Um versäulte Strukturen miteinander zu verbinden, intrakommunale Strategien auf- und auszubauen, als auch Interessen von Akteuren auf kommunaler Ebene aufzugreifen, braucht es Netzwerkstrukturen, die für sämtliche Beteiligte gewinnbringend strukturiert sind.

Das Institut für kommunale Planung und Entwicklung möchte Sie mit seinen Erfahrungen und Zugängen beim Aufbau und der Fortentwicklung von vernetzten Strukturen der Zusammenarbeit unterstützen. Zudem verstehen wir uns als Impulsgeber sowie auch als Moderator für die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch der Expert/-innen aus Praxis, Planung und Politik. Mit unserer langjährigen Erfahrung und Schnittstellenposition zwischen Ministerien, Landkreisen, kreisfreien Städten und Politik möchten wir den fachlichen Austausch aller beteiligten Akteure voranbringen.
Wir unterstützen Sie dabei:
(1) gelingende Planungsansätze einzelner Kommunen im Rahmen eines überregionalen Austauschs von Erfahrungen und wirkungsvolle Strategien gebündelt und als Anregung zur Fortentwicklung der Fach- und Gesamtplanungen in anderen Regionen des Landes zu gestalten und zu nutzen,
(2) in Kommunen bereits vorhandene Wissens- und Erfahrungsschätze für alle fachlichen Akteure des Feldes zugänglich zu gestalten, so dass bereits auf kurze Sicht langfristige Effekte erzielt werden können,
(3) Parallelstrukturen zu vermeiden und gemeinsame Potenziale effektiver und effizienter zu nutzen, durch den Einbezug der politischen Akteure in Planungsprozesse auf der einen Seite und der Ebene der Träger und Fachdienste aus der Praxis auf der anderen Seite.

Forschungsprojekt „Konzeptualisierung des Wirkungsbegriffs für kommunale Netzwerkarbeit“
Laufzeit: November 2017 – April 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
In der Kommune findet Zusammenarbeit vielfach in Form lokaler Netzwerke statt – ob in der Seniorenarbeit oder im Rahmen der Frühen Hilfen. Netzwerkakteure aus Kommunalverwaltung und organisierter Zivilgesellschaft sowie z.T. auch einzelne engagierte Bürger wollen durch ihr gemeinsames Wirken die Situation ihrer jeweiligen Zielgruppe verbessern – zum Beispiel durch fachlichen Austausch oder die Entwicklung gemeinsamer Produkte. Sie wollen auf diese Weise etwas vor Ort bewirken. Doch wie relevant ist das Thema Wirkung im Alltag lokaler Netzwerke? Formulieren Netzwerkbeteiligte ihre gemeinsamen Ziele explizit und wie stellen Netzwerke sicher, dass sie bedarfsorientiert handeln? Im Forschungsprojekt wurden von uns bundesweit fünf Netzwerke online nach ihrem subjektiven Wirkungsverständnis befragt. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den Netzwerkbeteiligten im Rahmen von Fokusgruppeninterviews besprochen und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen für Netzwerkkoordinatoren und -beteiligte entwickelt. Damit liegen erstmals empirische Befunde zum Wirkungsverständnis von Netzwerken vor, die für die Weiterentwicklung des Wirkungsverständnisses genutzt werden können.
Resümierend wird deutlich, dass lokale Netzwerke mittlerweile ein etabliertes Format der Zusammenarbeit in Kommunen darstellen. Jedoch steht die Frage, was „gute Netzwerkarbeit“ im Sinne einer wirkungsvollen Zusammenarbeit für die Zielgruppe ausmacht, noch am Anfang.
Den Abschlussbericht des Projektes können Sie hier herunterladen.

Wissenschaftliche Prozessbegleitung der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“
Laufzeit: April – Dezember 2016
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
Die Emschergenossenschaft – ein Zusammenschluss von 16 Kommunen in der Emscherregion und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen – wurden dabei unterstützt, neue Wege zur Zusammenarbeit im Bereich der Wasserwirtschaft zu beschreiten. Zur Sicherstellung einer nachhaltigen Stadtentwicklung wurde ein Vernetzungsansatz im Rahmen der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ entwickelt, um eine handlungsfeldübergreifende und lang andauernde Zusammenarbeit innerhalb der Emscherkommunen zu festigen. Der Fokus der Begleitung zielte auf die Befähigung von beteiligten Netzwerkakteuren zur Selbstreflexion und der externen Reflexion von Vernetzungsprozessen im Rahmen der Umsetzung und der Positionierung der Zukunftsinitiative. Die Prozessbegleitung basierte auf Interviews, Fokusgesprächen, teilnehmenden Beobachtungen und Gruppendiskussionen.

Queks: Konzeptentwicklung zur Qualitätssicherung im Kinderschutz im Landkreis Wittenberg und im Altmarkkreis Salzwedel
Laufzeit: August 2014 – Dezember 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Fischer
Den Ausgangspunkt für das Projekt bildeten Bedarfsbekundungen beider Landkreise hinsichtlich eines professionellen Umgangs mit den veränderten gesetzlichen Vorgaben der §§ 8a und 8b im SGB VIII, zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Kinderschutzqualität. Um einen institutionell vernetzten Kinderschutzen in den Landkreisen voranzutreiben und unter den beteiligten Akteuren geklärte Vorgehensweisen und Handlungssicherheiten zu erreichen, lag der Fokus des Projektes auf den individuellen Gegebenheiten vor Ort und den aktiv mit einbezogenen Zielen und Ideen der Kinderschutzakteure.
Das Vorgehen in allen Phasen des Projektes war orientiert an dem Konzept der „Dialogischen Qualitätsentwicklung“, was bedeutet, dass die Akteure dazu angeregt wurden miteinander in einen Dialog zu treten und gemeinsam nach individuellen Ideen und Lösungen zu suchen. Dabei wurden Veränderungen angestoßen ohne von außen festgeschriebene Antworten zu präsentieren. Bei dieser Herangehensweise war ein aktives Zutun der Akteure notwendig, damit sich eine nachhaltige und langfristige Qualitätsentwicklung etablieren kann.