Der Freistaat Thüringen förderte seit 2014 die Kompetenzerweiterung lokaler Akteure in Armutsprävention und seit 2016 das lokale Integrationsmanagement in den Kommunen. Vereinzelte kommunale Ansätze entwickelten sich in diesem Rahmen zu einer hohen flächendeckenden und strategischen Dynamik unter Zutun vieler kommunaler Akteure auf Fachkräfte- aber auch auf Leitungsebene.

Die aktuelle Sozialstrategierichtlinie integriert Erkenntnisse der vorherigen Phase, erweitert sie um den Inklusionsgedanken und passt sie an sich verändernde Rahmenbedingungen an. Mit Fokus auf die Stärkung proaktiver kommunaler Gestaltungsfähigkeit liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Umgang mit der demografischen Entwicklung, dem Fachkräftemangel und dem gelingenden gesellschaftlichen Zusammenleben in einer diverser werdenden Bevölkerung.

Das ESF+ Programm für Thüringen berücksichtigt diese Entwicklungen mit dem spezifischen Ziel 4.8 der „Förderung der aktiven Inklusion“. Inklusion bedeutet hierbei, dass alle Menschen, insbesondere Zielgruppen kommunaler Sozialpolitik, chancengerechten Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe erhalten. Dieses Ziel korreliert mit den Querschnittszielen Gleichstellung von Frauen und Männern, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung sowie ökologische Nachhaltigkeit in der ESF-Förderung.

 

Das IKPE unterstützt die kommunale Sozialplanung durch seine einzigartige Struktur, die wissenschaftliche Einbindung, strategischen Landesbezug und dauerhafte Verankerung in den Kommunen kombiniert. Es bietet Prozessbegleitung gemäß Fördergegenstand 2.1 der Sozialstrategierichtlinie für geförderte Gebietskörperschaften an. Fachliche Unterstützung in aktuellen Themen der kommunalen Sozialpolitik erfolgt durch Beratung, Vernetzung und Qualifizierung von Planungs- und Leitungsfachkräften der Thüringer Gebietskörperschaften. Das IKPE begleitet die Erstellung kommunaler Sozialstrategien und unterstützt bei deren Umsetzung.

Beispielsweise berät das IKPE zur Zielgruppenbeteiligung, moderiert Prozesse lokaler Gremien und bringt wissenschaftliche Erkenntnisse zur sozialen und aktiven Inklusion ein. Mit seiner einzigartigen Kombination aus Wissenschaft und Verankerung in den Thüringer Kommunen nutzt das IKPE seine Referenzen und Erfahrungen, auch im europäischen Kontext, zur Stärkung integrierter Planungsprozesse in der kommunalen Prozessbegleitung.

 

 

Prozessbegleitung von Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung lokaler Sozialstrategien

Laufzeit: September 2023 – Dezember 2025

Projektleitung: Dr. Stefan Huber, IKPE

Ab September 2023 startete das IKPE die Prozessbegleitung der Kommunen mit einem neuen Team und wird im Rahmen der Sozialstrategierichtlinie Thüringer Gebietskörperschaften dabei unterstützen, kommunale Sozialstrategien in einem dialogischen Prozess zu entwickeln und umzusetzen. Diese Strategien sollen den Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungen und lokaler Bedarfe gerecht werden, um gemeinsam mit den teilnehmenden Kommunen den Weg zu mehr Teilhabechancen zu gestalten. Das IKPE fungiert als Dialogpartner und Impulsgeber und legt den Schwerpunkt der kommunalen Prozessbegleitung bis Ende 2025 auf aktive Inklusion und die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe.

Aktuell werden im Rahmen der Sozialstrategierichtlinie folgende Gebietskörperschaften gefördert: Landkreis Altenburger Land, Stadt Erfurt, Stadt Gera, Stadt Jena, Landkreis Kyffhäuserkreis, Landkreis Nordhausen, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis Saale-Orla-Kreis, Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Landkreis Sömmerda, Landkreis Wartburgkreis, Stadt Weimar.

Gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus.

 

Informationen zum Download:

Plakat “Prozessbegleitung von Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung lokaler Sozialstrategien”