Was passiert, wenn öffentliche und soziale Infrastruktur in ländlichen Räumen aufgrund von Bevölkerungsrückgang, Fachkräftemangel und knappen finanziellen Ressourcen nicht mehr aufrechterhalten werden kann? Ein im Foresight-Prozess entwickeltes Zukunftsszenario beschreibt zugespitzt eine „Dorfschließung“ – und macht damit sichtbar, welche Folgen gesellschaftliche Veränderungen für die Zukunft ländlicher Räume haben können.
Das Szenario ist keine Prognose, sondern ein bewusst zugespitztes Zukunftsbild. Es soll dazu anregen, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu durchdenken und Gestaltungsspielräume für die Gegenwart zu erkennen.
Mit dem Diskussionspapier „Zukunft vorausdenken – heute gemeinsam handeln. Ergebnisse eines Foresight-Prozesses zur strategischen Sozialplanung in ländlichen Räumen in Thüringen“ legen das Institut für kommunale Planung und Entwicklung e.V. – An-Institut der Fachhochschule Erfurt (IKPE) und das Kompetenzzentrum Strategische Sozialplanung (KOSS plus) der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. die Ergebnisse eines mehrstufigen Beteiligungsprozesses vor.
Ziel war es, mögliche Entwicklungen gemeinsam zu betrachten, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und daraus Handlungsoptionen für die Zukunft ländlicher Räume abzuleiten. Dafür wurden 2025 Vertretungen aus Sozialplanung, Freier Wohlfahrtspflege, Politik, Bildung und Wirtschaft einbezogen. Die entwickelten Szenarien und Handlungsoptionen wurden unter anderem auf dem 83. Deutschen Fürsorgetag in Erfurt diskutiert und weiterentwickelt.
Fünf Handlungsfelder für die Zukunft
Aus dem Prozess wurden fünf zentrale Handlungsfelder herausgearbeitet:
- Governance und integrierte Planung
- Beteiligung, Demokratie und Zivilgesellschaft
- Infrastrukturen in ländlichen Räumen
- Begegnungs- und Entwicklungsräume
- Regionale Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Sie verdeutlichen: Zukunftsfähige Entwicklung lässt sich nicht in einzelnen Politik- oder Fachbereichen denken. Mobilität, soziale Infrastruktur, wirtschaftliche Entwicklung, Beteiligung und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind eng miteinander verbunden. Umso wichtiger sind integrierte Ansätze und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure vor Ort.
Impulse für Politik und Praxis
Das Diskussionspapier versteht sich nicht als fertiger Maßnahmenkatalog, sondern als Einladung zum Weiterdenken und gemeinsamen Handeln. Die formulierten Handlungsoptionen sollen politische und fachliche Diskussionen anregen, bestehende Ansätze weiterentwickeln und neue Formen der Zusammenarbeit unterstützen.
Mit „Zukunft vorausdenken – heute gemeinsam handeln“ schaffen IKPE und KOSS plus eine Grundlage für die weitere Diskussion darüber, wie strategische Sozialplanung in ländlichen Räumen angesichts komplexer gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsorientiert gestaltet werden kann.
Das Diskussionspapier:
„Zukunft vorausdenken – heute gemeinsam handeln. Ergebnisse eines Foresight-Prozesses zur strategischen Sozialplanung in ländlichen Räumen in Thüringen. Impulse für Politik, Verwaltung, Freie Wohlfahrt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft“
Herausgeber:
Institut für kommunale Planung und Entwicklung e.V. – An-Institut der Fachhochschule Erfurt (IKPE)
Kompetenzzentrum Strategische Sozialplanung (KOSS plus) der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e.V. (LIGA)
Weitere Informationen und Download:
[Link zum Diskussionspapier]
Bildquelle: KI ChatGPT



























