12.06.2026

Auftakt der Reflexionsreihen für Thüringer Sozialdezernent*innen „Gestaltung sozialer Transformation durch kommunale Führungspersonen“ und für Thüringer Jugendamtsleitungen „Leitung navigiert Veränderung“ 2026

Gemeinsam mit Beigeordneten, Fachbereichsleitungen und Sozialdezernent*innen aus Thüringen hat das IKPE – unter Leitung von Dr. Heike Schaarschmidt und Prof. Dr. Jörg Fischer sowie Amy-Louise Buse – erstmalig die Tagungsreihe „Gestaltung sozialer Transformation durch kommunale Führungspersonen“ durchgeführt. Tage später folgte ein Fortsetzungsmodul für die Thüringer Jugendamtsleitungen verbunden mit dem Motto „Leitung navigiert Veränderung“. Hierzu bot jeweils das Evangelische Allianzhaus in Bad Blankenburg eine anregende Atmosphäre, die fokussierte Diskussionen sowie kreatives Reflektieren eigener Handlungs- und Denkweisen ermöglichte.

In beiden Veranstaltungsreihen geht es darum, neue Denkweisen zu entwickeln und das eigene Führungshandeln zukunftsorientiert zu gestalten, um komplexe Zusammenhänge besser zu erfassen, zu verstehen und durch vernetztes Handeln kreative Lösungen in den Verwaltungen zu fördern. Wesentlich ist hierbei, sich Anforderungen, Herausforderungen und Chancen durch Perspektivenwechsel – ausgehend von wissenschaftlichen  Theorien – anzunähern, und den gewohnten Blick auf kommunale Praktiken  zu verlassen. Mit Hilfe von selbstdefinierten Visualisierungen, individuellen Reflexionen und Austauschgesprächen in Kleingruppen sowie im Plenum arbeiteten sie heraus, was die Anwesenden mit „Führung“ und „Steuerung“ verbinden. Persönliche Zukunfts-Visionen vom Dezernat/Fachbereich oder vom Jugendamt wurden erörtert und die Frage, wie solche Visionen realisierbar seien. Integrierte Veränderungsprozesse und die eigene Rolle, welche Sie darin einnehmen können sowie welche Spannungsfelder, Polaritäten und potentiellen Lösungsschritte dafür möglich sind, standen im Mittelpunkt. Ein anregender Austausch, durch den gewohnte Arbeitsweisen verlassen werden können.

Vor dem Hintergrund identifizierter Problemstellungen und Lösungsansätze gaben u.a. Prof. Dr. Jörg Fischer und Prof. Dr. Theresa Hilse-Carstensen Einblicke in erste Ergebnisse ihrer Forschung, zur Rolle kommunaler Führungspersonen in der Auseinandersetzung mit der  Gestaltung des sozialen Zusammenhalts. Reflexiv wurde die Bedeutung des sozialen Zusammenhalts für das eigene Führungshandeln herausgearbeitet: Sie sehen sich insbesondere verantwortlich, wenn der soziale Zusammenhalt nicht mehr vorhanden ist. Doch wie kann man es identifizieren und bestenfalls agieren? Wie kann auf das bereits hohe individuelle Anspruchsdenken auf  Leistungen von Staat und Gesellschaft geantwortet werden, ohne diese Erwartungshaltungen fortzuschreiben? Ambivalent, denn zugleich entstehen Fragen nach der Stärkung der persönlichen Verantwortung und Zuständigkeit.

Nach jeweils zwei gut gefüllten Tagen mit Identifikation und Reflexion nach innen und außen, Schweißperlen und gemeinsamen Lachen betonten die Teilnehmenden, wie wertvoll sie den Austausch in diesem vertrauensvollen Rahmen empfunden haben. Wir freuen uns auf die Fortsetzung: Im September und Oktober 2026 wird jeweils ein zweites Modul folgen, zum Teil ergänzt mit eigenen thematischen Anregungen der Teilnehmer*innen, wie sie Führungssituationen begegnen und gestalten.

Wir danken der Auridis Stiftung ausdrücklich; erst durch ihre Förderung wird der direkte Austausch von Führungskräften zu Transformation und Veränderungsprozessen auf kommunaler Ebene in diesem geschützten Raum möglich!

Bildquelle: IKPE e.V.