12.05.2021

Antidiskriminierungsworkshop

Zur Reflexion und Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit

Menschen am Rande der Gesellschaft werden diskriminiert. Sozialwissenschaften zeigen schon lange, dass auch staatliche Strukturen und Hilfesysteme – bewusst oder unbewusst – Teil dieser Diskriminierungsstruktur sein können. Wie geht es anders? Zur sozialen Inklusion von vulnerablen Gruppen bedarf es eines Perspektivenwechsels auf die Sichtweise eben jener Gruppen, die wenig Gehör finden. Selbst für Menschen, die sich dessen bewusst sind, kann es eine Herausforderung sein, diese Haltung im Arbeitsumfeld zu etablieren. Es ist wichtig, für unterschiedliche Diskriminierungserfahrungen zu sensibilisieren.
Christoph Leucht von der Hildegard Lagrenne Stiftung (HLS) wird Diskriminierungserfahrungen und die Reaktionen auf diese Ausgrenzung am Beispiel der Roma und Sinti vorstellen und gemeinsam mit Ihnen diskutieren. Dabei ergreifen Menschen antiziganistische Zuschreibungen, Ressentiments und Vorurteile, die im Ergebnis zu einem scheinbar gerechtfertigten Ausschluss aus der Gesellschaft führen. Der Workshop ist im Rahmen des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) entwickelt worden.

Der Mechanismus der Ausgrenzung und Abwertung über Ressentiments und Vorurteile greift in eigenen Spielarten auch gegenüber anderen Gruppen wie zum Beispiel bei Obdachlosen, Neuzugewanderten, (Langzeit-)Arbeitslosen oder „dysfunktionalen“ Familien. Wir laden Sie ein, mit uns die eigene Wahrnehmung und die daraus folgenden Handlungsperspektiven zu diskutieren.
Einen aktuelle Beitrag zu den Ausgrenzungserfahrungen der Sinti und Roma wurde am 25.04. in der ARD ausgestrahlt, Sie können ihn hier ansehen.

 

Tagesordnung

10:00 Uhr

Begrüßung & Verortung durch das Institut für kommunale Planung und Entwicklung e.V.

 

10:15-12:00 Uhr

Einführungsvortrag (Christoph Leucht)

Geschichte und Funktion von Stereotypen über Roma und Sinti

Heterogenität in den Kulturen und Perspektiven von Roma in Europa und die verschiedenen Reaktionen auf Ausgrenzung und Diskriminierung

 

12:00 Uhr Mittagspause

 

13:00-13:45 Uhr

Kleingruppen zur Reflektion der eigenen Wahrnehmung in Bezug auf andere Bevölkerungsgruppen

 

13:45-14:30 Uhr

Präsentation der Ergebnisse

Offene Diskussion

 

14:30 Uhr Kaffeepause

 

15:00-16:00 Uhr

Input: Antidiskriminierungs- und Inklusionsprojekte mit Roma und Sinti (Christoph Leucht)

Kleingruppen zur Lage vor Ort

Abschlussdiskussion: Welche neuen Handlungsperspektiven ergeben sich aus einem Perspektivenwechsel?